Mini Bubble Bobble Arcade Cabinet

Ich wollte schon immer mal ein kleines Cabinet selber bauen. Irgendwas kleines Handliches, was man schnell mal woanders hingestellt hat. So ca. 60-70% der Originalgröße. Was passendes für meinen 2 1/2 Jahre alten Sohn also.

Planung/Seitenteile

Da ich aber beim planen nen niete bin hab ich mich für´s malen nach Zahlen bauen ausm Kopf entschlossen.

Naja, ein bisschen Planen musste ich dann doch. Den Bauplan eines Originalen Mrs.Pacman hab ich von jakobud.com. Diesen habe ich auf 43cm Breite runtergerechnet. So kam ich dann auf eine Höhe von ca. 1,08 Meter.

Nach dem übertragen des verkleinerten Bauplans auf das 16mm MDF kam zum ersten mal die Stichsäge zum Einsatz.

Eines weiss ich nun. Ich mache sowas nie mehr ohne Schablone und Bündig/Kopierfräser. Zwei Nachmittage feilen ,bis beide Seitenteile einigermaßen gleich sind, brauche ich nicht nochmal.

Base/Front Panel

Nun gehts weiter mit dem Boden und der Front.

Den Boden hab ich ganz unspektakulär aus Reststücken zusammen gebaut. Gehalten wird das ganze vorerst von Vierkant Holzstäben. Nachher wird noch alles von außen festgeschraubt.
Eine 10mm Spanplatte vorne und schon kann das Cab von ganz alleine stehen.

Nut fräsen / T-Molding

Wie machen?

Am besten selber. Einen Schreiner zu finden der grade mal ne 2mm Nut fräst , gestaltet sich zur Geduldsprobe.
Nach einiger Recherche bin ich zu der Entscheidung gekommen, den Fräser nicht in Deutschland zu kaufen. Alle großen Baumarktketten führen diesen nicht und im Fachhandel will man einen Haufen Geld dafür sehen. Zwischen 40€-100€ schlagen hier zu Buche.
Zum Glück bietet ein T-Molding Versender aus den USA hier direkt das passende Werkzeug dafür an. Scheibenfräser (17$) und Schaft (10$) sind durchaus günstig.

Im zusammenspiel mit ner 20€ Billigoberfräse ausm Baumarkt kam folgendes raus.

Ich bin durchaus Zufrieden mit dem Ergebnis.

Mini Control Panel

Das Control Panel besteht aus zwei 16mm MDF Platten (11cm x 40cm & 6,5cm x 40cm). Im Bereich wo der Handballen aufliegt ist die Kante rund gefräst. 

Backdoor

Um an das innere Elektronik ranzukommen hab ich hinten einfach ne 10mm Spanplatte eingesetzt die von vier Magneten gehalten wird. Griff drann; hält wunderbar.

Arcadeparts Lieferung

Die Buttons und der Stick für den Mini sind angekommen. Ein Sanwa JLW-TM-8 und einige farbige Buttons. Nun kann mit dem Layout des Control Panels anfangen werden.

Monitor Einbau…

Der Monitor Einbau stellte sich wider erwartend als sehr einfach heraus. Dieser hat hinten vier Gewindelöcher für die Aufnahme von M4 Schrauben im Abstand von 75mm x 75mm .
Das Holzhalterung inklusive Monitor musste nur noch ausgerichtet und von außen mit drei M8 Schlossschrauben je Seite befestigt werden.
Durch den schlechten Blickwinkel des Monitors war es nötig die Neigung beim ausrichten noch etwas zu korrigieren. Wäre der Monitor in einer Linie mit dem Control Panel montiert worden, hätte man nichts mehr drauf erkennen können.

Marquee Halterung

Ein Dach bzw. Marquee braucht das Cabinet ja auch noch…

Control Panel 

Hier nochmal kurz ein paar Bilder zu dem Control Panel.
Diesmal fertig geleimt, verspachtelt, geschliffen.

Kleinigkeiten

Hier mal ein paar Kleinigkeiten in der Übersicht.

– Sechskantschrauben der Monitor-Halterung in den Seitenteilen versenkt, verspachtelt und geschliffen
– USB Hub, Ein- und Ausschalter und Startbutton für den PC ins Dach eingebaut
– Seitenteile und Dach mit weisser Klebefolie überzogen
– T-Molding in die Seitenteile gehämmert
– Bubble Bobble Test Marquee ausgedruckt

Pad Hack in a Box

Da ich auf überteuerte Keyboardencoder verzichten wollte, hab ich mich mal an einem Padhack versucht. Wohlgemerkt mein erster.

Einkaufsliste (Reichelt):
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Thrustmaster Firestorm Digital 3 (Joypad) 5,70€ (gibts bestimmt auch billiger)
ABS-Etui-Gehäuse 140x60x34mm, schwarz 3,95€ (optional)
D-SUB ST 15 0,12€ (optional)
D-SUB-Buchse, 15-polig, Lötkelch 0,12€ (optional)
D-SUB-Kappe für 15-polig D-Sub, Kunstoff 0,14€ (optional)
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Also hab ich mir das ganze für nen schlappen Zehner selber gemacht.

Zuerst wurde das Pad zerlegt und die Lötpunkte analysiert. Die Lötarbeit hält sich dank Common Ground hier in Grenzen.

Nun die anderen Enden an die D-Sub Buchse.

Mit dem Dremel hab ich ein wenig vom Kuststoffgehäuse weggefräst und die D-Sub Buchse dort eingepasst. Auch von der PCB musste etwas wegeschnitten werden, damit diese ganz reinpasst.

Dann nur noch zuschrauben und fertig ist die Padhack-Box.

Nun nur noch fix den Stecker samt Kabel für die Pad Hack Box gelötet und alles verkabelt.
Die Bilder sprechen für sich.

Backside

Hier mal ein paar Ansichten von hinten und der Lautsprecher Montage.

Artworks

Die Artworks sollten für dieses Projekt natürlich auch selber erstellt werden. Bis auf die Sidearts haben mir die schon vorhandenen Vorlagen im Netz aber nicht 100% zugesagt und somit hab ich einfach selber einen Teil vektorisiert.
Also im Netz fix nach geeigneten Pixel Bildchen gegoogelt und diese quasi nachgezeichnet. Raus gekommen ist folgendes.

Das CPO und die Sidearts wurden per Laserdrucker ausgedruckt und mit einer selbstklebenden Buchbinderfolie von vorne und einer doppelseitigen Transferfolie von hinten beklebt. Damit liesen sich die Artworks ziemlich einfach aufkleben und ich musste nicht für viel Geld „richtige“ Aufkleber kaufen. Allerdings dürfen keine Löcher in die Buchbinderfolie kommen, sonst bilden sich ruck zuck Luftbläschen. Also ist diese Variante eher nicht für eine Dauerbeanspruchung geeignet.

Gerne stelle ich euch zur eigenen privaten Verwendung die Grafiken zur Verfügung.

Download Marquee (PDF) (1435 Downloads)
 
Download Bezel (PDF) (1352 Downloads)
 
Download CPO (PDF) (1361 Downloads)
 
Download Sidearts (PDF) (1372 Downloads)

Final 

Endlich geschafft.
Das Projekt sehr viel Spass gemacht. Man lernt eine Menge über seine eigenen Skills und die Tücken eines solchen Projekts.

Jederzeit würde ich ein solchen Bauvorhaben wiederholen.

Nun kann der Finn also die ersten Macken reinhauen…